Kennst du den Gedanken:
„Warum gerate ich eigentlich immer wieder an solche Menschen?“
Der Partner ist ein anderer. Der Mitarbeiter ist neu. Der Kunde kommt aus einer vollkommen anderen Branche.
Und trotzdem entsteht nach einiger Zeit wieder dieselbe Geschichte.
Du fühlst dich nicht gesehen.
Nicht respektiert.
Nicht wertgeschätzt.
Dein Vertrauen wird enttäuscht.
Absprachen werden nicht eingehalten.
Rechnungen werden diskutiert oder nicht bezahlt.
Und irgendwann stellst du dir die Frage:
Warum passiert mir das ständig?
Von außen betrachtet wirkt jede Situation zunächst wie ein neuer Einzelfall.
Der eine Mitarbeiter war unzuverlässig.
Der nächste Kunde war schwierig.
Der neue Partner hatte einfach einen problematischen Charakter.
Natürlich tragen andere Menschen Verantwortung für ihr Verhalten.
Doch wenn sich dieselbe Erfahrung mit unterschiedlichen Personen immer wiederholt, lohnt sich eine zusätzliche Frage:
Warum taucht genau dieses Muster in meinem Leben immer wieder auf?
Denn manchmal ändern sich die Namen und die Bühne.
Die Geschichte bleibt jedoch gleich.
Vor einiger Zeit arbeitete ich mit einer Ärztin.
Fachlich war sie hervorragend.
Sie arbeitete gewissenhaft, präzise und mit echter Leidenschaft.
Und trotzdem wiederholte sich in ihrem Berufsleben immer dieselbe Erfahrung.
Patienten beschwerten sich regelmäßig.
Oft ging es nicht einmal um die Qualität ihrer medizinischen Arbeit, sondern um Kleinigkeiten oder Dinge, die kaum in ihrem Einflussbereich lagen.
Im Team fehlten Anerkennung und Wertschätzung.
Einige Kollegen zogen sich zurück. Andere begannen, gegen sie zu arbeiten. Stück für Stück entstand sogar der Eindruck, dass sie aus dem Unternehmen gedrängt werden sollte.
Sie bemühte sich immer stärker.
Doch egal, wie viel sie leistete, es schien nie auszureichen.
An dieser Stelle wären viele klassische Empfehlungen naheliegend gewesen:
Setz dich stärker durch.
Führe konsequenter.
Tausche Mitarbeiter aus.
Wechsle die Praxis.
Kommuniziere klarer.
Diese Maßnahmen können sinnvoll sein.
Doch mich interessierte eine andere Frage:
Warum entstand genau diese Form der fehlenden Wertschätzung immer wieder?
Warum begegnete sie regelmäßig Menschen, durch die sie sich nicht gesehen, respektiert oder anerkannt fühlte?
In unserer gemeinsamen Arbeit zeigte sich ein Muster, das weit vor der aktuellen beruflichen Situation entstanden war.
Frühe Erfahrungen hatten in ihr ein inneres Bild geprägt.
Ein Bild davon, nicht vollständig gesehen zu werden.
Nicht genügend Anerkennung zu erhalten.
Mit den eigenen Bedürfnissen und Leistungen nicht wirklich vorzukommen.
Diese Erfahrungen waren nicht einfach verschwunden.
Sie wirkten im Hintergrund weiter.
Das Außen spiegelte dadurch immer wieder eine ähnliche Geschichte.
Andere Menschen.
Andere Situationen.
Aber dasselbe Grundgefühl.
Du kannst einen Mitarbeiter austauschen.
Du kannst den Kunden wechseln.
Du kannst eine Beziehung beenden.
Doch wenn das innere Muster unverändert bleibt, kann dieselbe Erfahrung in einer neuen Form zurückkehren.
Dann ist es ein anderer Mitarbeiter, der dein Vertrauen enttäuscht.
Ein neuer Kunde, der deine Arbeit nicht wertschätzt.
Oder ein anderer Partner, bei dem du dich erneut nicht gesehen fühlst.
Die Bühne verändert sich.
Das Muster bleibt.
Wir begannen, die dahinterliegenden Themen Schritt für Schritt zu verändern.
Nicht nur im Außen.
Sondern dort, wo das Muster aus meiner Sicht entstanden war.
Anschließend veränderte sich auch ihr berufliches Umfeld.
Beschwerden wurden weniger.
Menschen, die nicht mehr zu der neuen Situation passten, gingen.
Zunächst kann genau das Angst auslösen.
Was passiert, wenn Patienten oder Mitarbeiter verschwinden?
Doch manchmal muss zuerst Platz entstehen, bevor etwas Neues kommen kann.
Neue Patienten traten in ihr Leben.
Neue Mitarbeiter kamen hinzu.
Die Zusammenarbeit wurde leichter.
Die Stimmung im Team veränderte sich.
Und die vielleicht beeindruckendste Entwicklung:
Die Praxis, aus der sie zuvor herausgedrängt werden sollte, wurde später zum Verkauf angeboten.
Am Ende übernahm genau diese Frau die Verantwortung.
Aus der Person, die gehen sollte, wurde diejenige, die den nächsten Abschnitt bestimmte.
Es geht nicht darum, andere Menschen energetisch oder psychologisch zu verändern.
Es geht darum, den eigenen inneren Anteil zu erkennen.
Denn wenn sich das innere Bild verändert, verhalten wir uns anders.
Wir setzen andere Grenzen.
Treffen andere Entscheidungen.
Sprechen anders.
Nehmen andere Menschen wahr.
Und lassen bestimmte Verhaltensweisen nicht länger zu.
Dadurch kann sich auch die äußere Realität verändern.
Nimm dir einen Moment Zeit und frage dich:
Welche Art von Mensch begegnet mir immer wieder?
Welche Konflikte wiederholen sich in meinem Leben?
In welchen Situationen fühle ich mich regelmäßig nicht gesehen, respektiert oder wertgeschätzt?
Wo habe ich dieselbe Geschichte bereits früher erlebt?
Schreibe die Antworten auf.
Nicht, um dir die Schuld für das Verhalten anderer Menschen zu geben.
Sondern um zu erkennen, wo deine eigene Veränderungsmöglichkeit liegt.
Denn manchmal begegnen dir nicht immer wieder die falschen Menschen.
Manchmal begegnet dir dieselbe Lektion so lange, bis du bereit bist, ihren Ursprung zu sehen.
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